Gebäude - Sicherheit geht vor

In 2013 wurde kritisiert, dass sich Räume und Toilettenanlagen in den Schulen in einem schlechten Zustand befinden oder den Bedürfnissen der Schule nicht mehr genügen. Für den Gebäudeservice stehen in 2013 für die Unterhaltung von mehr als 100 Gebäuden rund 4 Millionen € zur Verfügung. Die Summe mag sich hoch anhören, reicht aber nur für die wichtigsten Dinge.

Alte Gebäude sind teuer

Die städtischen Gebäude haben ein Alter erreicht, in dem immer mehr Heizungsanlagen, Fenster, Akustikdecken, Trink- und Abwasserleitungen ausgetauscht sowie Fassaden und Toilettenanlagen saniert werden müssen. Für eine neue Toilettenanlage z. B. müssen mindestens 50.000 € kalkuliert werden. Der Austausch von Fenstern, Akustikdecken, Bodenbelägen oder die Fassadensanierung einer Schule kosten schnell einige 100.000 €.

Der Fachbereich Gebäudeservice trägt nach § 3 der Bauordnung NRW die Verantwortung für den ordnungsgemäßen Zustand und Betrieb der städtischen Gebäude und der darin vorhandenen technischen Anlagen. Er muss deshalb darauf achten, dass die Gebäude so instandgehalten und betrieben werden, dass Leben und Gesundheit nicht gefährdet werden.

Vorschriften haben sich verschärft

In den letzten Jahren sind die Bau-, Überwachungs- und Prüfvorschriften erheblich verschärft worden. Ursachen sind die Harmonisierung der europäischen Gesetzgebung, Klimaschutz, aber auch Ereignisse wie der Flughafenbrand in Düsseldorf und der Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall. 

Ende 2012 wurde die Trinkwasserverordnung geändert. Nun müssen zertifizierte Hygieneinstitute die Trinkwasserinstallationen auf Legionellen und Coli-Bakterien prüfen. Hierdurch entstehen dem zusätzliche Kosten von etwa 16.000 € jährlich.

Collage städtischer Gebäude, Stadt Wesel

Gerade Schulen sind mit diversen technischen Anlagen und Geräten ausgerüstet, z.B. Aufzüge, Brandmelder, Feuerlöscher, Sicherheitsbeleuchtungen, Lüftungen und Computer. Früher durften Sachkundige die Überprüfungen vornehmen. Heute darf dies nur noch durch Sachverständige erfolgen.

Dies führt zu immer höheren Kosten. So mussten in 2012 allein für die Wartung und Prüfung der technischen Anlagen rund 296.000 € ausgegeben werden. Dies waren bereits 40.000 € mehr als im Jahr zuvor. Die Tendenz ist weiter steigend.

Kaum Geld für Schönheitsreparaturen

Mittel für Schönheitsreparaturen gibt es dadurch kaum. In 2012 erhielten Malerbetriebe zwar Aufträge über rund 140.000 € und die Mitarbeiter des Fachbereichs haben für rund 14.000 € Farbe und Zubehör verarbeitet. Dies allein reicht aber nicht aus. 

Anzumerken ist jedoch, dass es Nutzer gibt, deren Räume nach 2 Jahren so aussehen, wie vor der Renovierung. Es gibt aber auch Fälle, in denen die Farbauswahl eines Nutzers nicht so glücklich war und deshalb nach kurzer Zeit neu gestrichen werden soll.