Stadtentwicklung | Fahrradfreundliche Stadt

Seit 1995 ist die Stadt Wesel Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen e.V. (AGFS). In der Arbeitsgemeinschaft werden regelmäßig neue Ideen, Konzepte und aktuelle Entwicklungen für den Radverkehr vorgestellt. Aktuelle Themen sind unter anderem „E-Mobilität“ und „Nahmobilität 2.0".

Entwicklung des Radverkehrs in Wesel

Die Stadt Wesel hat als Mitglied der AGFS das ambitionierte Ziel, dass regelmäßige körperaktive Bewegung die Basis unserer städtischen Mobilität bilden soll. Die von der AGFS bekannte Zielmarke von 60 Prozent (Fuß- und Radverkehr) im kommunalen Modal-Split (Verkehrsaufteilung nach Verkehrsmitteln) wird ohne kommunale Radschnellwege nicht zu erfüllen sein. Insofern haben Radschnellwege für die künftige Entwicklung des Radverkehrs auch in der Stadt Wesel eine strategische Bedeutung.

In der Vergangenheit hat die Stadt Wesel die Infrastruktur deutlich verbessert. Es wurde nicht nur das Radwegenetz für Alltags- und Freizeitradfahrer deutlich erweitert, sondern es konnte auch viele weiche Infrastrukturmaßnahmen geschaffen werden.

Die Fahrradstation am Bahnhof Wesel „Gleis 31“ bietet dem Radfahrer ein hervorragendes Angebot sein Fahrrad nicht nur bewacht unterzustellen, sondern es auch reparieren zu lassen. Ladestationen für E-Bikes wurden in diesem Jahr im Stadtgebiet erfolgreich eingeführt. Die Beschilderung in Verbindung mit den Freizeitrouten wird ständig erneuert.

Benutzungspflicht für Radwege aufgehoben

Bereits in 2013 wurde die Benutzungspflicht von Radwegen aufgehoben. Einige Radweg-Schilder werden deswegen abmontiert. Dies ermöglicht Radfahrenden nun frei zu entscheiden, ob sie die Straße oder den Radweg nutzen wollen. Dies kommt vor allem schnell fahrenden Radlern entgegen. Ausgenommen sind nur besonders gefährliche Stellen. Autofahrende sollte sich also nicht wundern, wenn nun Radfahrer auf der Straße neben einem Radweg fahren. Alle Haushalte wurden mit einem Faltblatt über die geänderte Rechtslage informiert.

Öffentlichkeitsarbeit zum Radverkehr

Eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, unterstützt mit Mitteln vom Land NRW, hat dazu geführt, das Radfahren besonders für die jungen Verkehrsteilnehmer wieder interessant und attraktiv zu machen. Kinderfahrradstadtpläne, die in der Stadt Wesel entwickelt wurden und heute in fast jeder Kommune nach diesem Vorbild eingesetzt werden, halfen die Verkehrssicherheit durch eine gute Verkehrserziehung in den Schulen zu erhöhen.

Mit dem „Kinderfahrradstadtplan kompakt“, der Informationen für die gesamte Stadt Wesel zum Thema Radfahren und Freizeit enthält, konnte in diesem Jahr eine erfolgreiche Arbeit zu diesem Themenkomplex abgeschlossen werden.

Eine Reihe von Themenkarten, die Einbindung der Stadt in die Niederrheinroute, Römerroute, Kulturroute, Rhein-Radweg und Radtour Ruhr mit der jeweiligen Beschilderung sowie eine eigene Radwegehinweisbeschilderung für den Alltags- und Freizeitradfahrer machen Wesel zum Ziel vieler Touristen.

Abschließend muss erwähnt werden, dass die Stadt Wesel in 2006 mit dem Projekt „Lippefähre“ den Deutschen Fahrradpreis gewonnen hat. Dies ist die höchste Auszeichnung im Bereich Radverkehr, die jährlich vergeben wird.

Anteil des Radverkehrs nimmt zu

In der Stadt Wesel legen - basierend auf der Haushaltsbefragung von 2005 - 22 Prozent der Bevölkerung ihre Fahrten und Wege mit dem Fahrrad zurück. In den Sommermonaten wird ein Radverkehrsanteil von über 30 Prozent erreicht.

In 2013 wurde eine weitere Mobilitätsbefragung in Auftrag gegeben, um herauszufinden, in welchem Maß sich der Modal-Split (Verkehrsaufteilung nach Verkehrsmitteln) verändert hat. Das Ergebnis wird im Dezember 2013 veröffentlicht. Zu erwarten ist eine Erhöhung des Radverkehrsanteils.

In der Vergangenheit wurden bei allen Straßenbaumaßnahmen die Belange des Radverkehrs berücksichtigt. Zudem werden punktuelle Verbesserungen geplant und umgesetzt, um das Radfahren in unserer Stadt attraktiver zu machen.

Zusammenarbeit mit andern Institutionen und Verbänden

Die Stadt Wesel arbeitet intensiv mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) zusammen. Der ADFC beteiligt sich unter anderem auch an Planungen der Stadt Wesel von Radverkehrsanlagen sowie im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Auch gibt es einen monatlichen Austausch zwischen dem Ortsverband Wesel des ADFC und dem Fahrradbeauftragten der Stadt Wesel, um Radverkehrsangelegenheiten zu besprechen und möglicherweise Lösungen zu erarbeiten.

Die Polizei ist aktiv bei der Codierung von Fahrrädern sowie in der Verkehrserziehung und der Verkehrssicherheit. Auch in der Unfallkommission sind der Kreis Wesel, die Polizei sowie die Stadt Wesel vertreten, um Lösungen im Sinne der Verkehrssicherheit auch für den Radfahrer zu erhalten.

Der jährliche Fahrradaktionstag dient dem Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern rund um das Thema Radverkehr.